Weizenknusperbrötchen

Und wiedermal waren meine große blaue Camping-Spül-Teig-Schüssel, Mehl, Hefe und einige andere Zutaten zu Gast im Kindergarten meiner Tochter. Wiedermal wollte ich mit den Kindern backen. Um Ostern rum hatte ich mit den Kindern Kucheneier gebacken (Rührteig in Eierschale ausgebacken) und vor Kurzem erst haben wir dort gemeinsam Wurzelbrot bereitet. In dieser Zeit rund um Erntedank hatte die grüne Gruppe das Projektthema „Vom Korn zum Brot“. Was glaubt ihr, wer da fröhlich-feuchte Augen bekam? Ja, genau! Der Tastaturstreichler 😀
Ein Vollkornbrot backen? Logisch! Und Brötchen? Klar, Klasse, gerne! Alles an einem Tag? Na klaro! Sagte ich so vollmundig, bis mir dann aber kurz vor Toresschluss einfiel: Das Brot, dass ich mit den Kindern backe kann ja erst am nächsten Tag gegessen werden – wegen der Hitze und der Geschmacksentwicklung im Brot. Also am Tag vorher eins gebacken und das mit den Kindern zubereitete nach Hause mitnehmen und selber essen 😀 Mein leckeres saftiges Körnerbrot hat Kindern und ErzieherInnen gut geschmeckt! Nun aber zu den Brötchen…

Da jedes Kind selber ein eigenes Brötchen machen sollte musste ein starker und belastbarer Teig her. Sensible Teige mit hohem Wasseranteil und stundenlanger Führung wären fehl am Platz gewesen. Außerdem wollte ich – wenn schon über Schrot und Korn im Kindergarten geredet wurde – Körner reingeben oder wenigstens grobes Schrot. Im Grunde ist ein Bulgur-Brötchen draus geworden, allerdings mit wieder ein wenig mehr Geschmack dank Vollkorn und Schrot.

Habt ihr eigentlich schon mal im Kindergarten so ein Projekt mitgemacht? Ich mache das sehr gerne, da man zum Einen Mäuschen spielen kann und so etwas an dem (Kindergarten-)Alltag der Kinder teilhaben kann und zum Anderen finde ich es wichtig einen Input von außen in den Kindergarten/die Gruppe zu bringen. Sicher können sich nicht alle Eltern derart einbringen aber wenn jedes Elternpaar 2-3 Stunden in einem Kindergartenjahr investieren würde wäre sicherlich allen geholfen. Aber vielleicht rührt meine Einstellung auch noch aus der Tatsache, das der letzte Kindergarten, in dem unsere Kinder waren von einer Elterninitiative initiiert wurde und dort alle Eltern zu Arbeitsstunden verpflichtet waren. Immer wiedermal waren diese Stunden ein Leid aber meistens war es schön. Nein! Stühle, Tische und Fenster putzen war nicht das Schöne daran aber wenn die kleinen Zwerge durch die Gänge flitzen oder sich immer-wieder-so-erstaunlich sicher durch ihren Kindergarten bewegen, gemeinsam spielen, neugierig sind und ein Gespräch anfangen und man sich näher kennenlernt und und und… Und einen ganz besonders positiven Effekt hat das Ganze (zumindest für mich): ich kenne die Namen aller Kinder!

Öhmmm, wollte ich nicht über die Brötchen berichten? Tststs, und da plauder und plauder ich so daher… nein nein nein 😉

Eine Erzieherin hat eine Getreidemühle und so hatte ich die Gelegenheit mit frischem Vollkornmehl und Schrot zu backen. Also, nein, nicht frisch, drei Tage alt war es, damit das Mehl gut Wasser aufnehmen kann (hatte ich im ploetzblog mal gelesen). Und das allerbeste an einer Mühle ist ja, dass ich zwischen Mehl und Korn jede Stufe einstellen kann: grobes Schrot, feines Schrot, Vollkornmehl und alle Zwischenstufen. Als ich ein Kilo Weizen fein schrotete kam mir die Idee die fertigen Brötchen noch darin zu wälzen, so wie beim Mohnbrötchen. Ja, diese Brötchen haben jetzt also alles dabei: Mehl, feines und grobes Schrot. Ich freue mich! 🙂

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Am Backtag war ein RIESENGEWUSEL aber es war schön! Zugegeben, ich kam schon zwischendurch ins Schwitzen und bin ganz gerne mal raus gegangen um „frische“ Luft zu atmen 😉 🙂 Als die Kinder zum gemeinsamen Singkreis in die Turnhalle verschwunden waren konnte der Teig (evtl. auch der gute Hausmann) sich entspannen. Gleich danach machte jedes Kind sein eigenes Brötchen fertig. Gaaanz vorsichtig mit den kleinen Fingerchen Wasser auftupfen, umdrehen und in die Körner respektive Flocken plumpsen lassen… herrlich ihnen dabei zuzugucken! Und was macht meine Kleine? Schnappt sich den Teigbatzen, schmiert Wasser drüber, zupft sich das Ding von der Arbeitsplatte und rummst es in das Schrot 😀 😀 😀 Ganz der Papa 😀 😀 😀
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Weizenknusperbrötchen
ca. 30 Stück a 60 g

Vorteig
350 g Weizenmehl, Vollkorn
350 g Wasser
6 g Hefe
Gründlich verrühren, 3 Stunden bei Raumtemperatur und 20 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.

Brühstück
150 g Weizenschrot, mittelfein

Mit 200 g kochendem Wasser übergießen und gut verrühren. 2-3 Stunden quellen und abkühlen lassen.

Hauptteig
Vorteig
Brühstück
520 g Weizenmehl, 1050
200 g Saure Sahne, Schmand, Joghurt 3,5% (oder mehr)
20 g Salz
24 g Hefe
20 g Honig

evtl. 20-30 ml Wasser

ca. 100 g feines Weizenschrot

 

Die Zutaten ohne Brühstück 3 Minuten langsam kneten und evtl. Wasser zufügen, wenn der Teig nicht gut zusammen kommt. Dann 3 Minuten schnell kneten. Das Brühstück hinzufügen und weitere 3 Minuten schnell kneten. Teigruhe für 30 Minuten.

Teig halbieren, beide Teile rund wirken und 30 Minuten abgedeckt entspannen lassen.

Den Teig in Teilen je ungefähr 60 g abwiegen, rund schleifen und 20 Minuten entspannen lassen.

Die Brötchen mit Wasser oben bepinseln/benetzen/besprühen und mit dieser Seite sanft ins feine Schrot drücken. Aufs Blech setzen. 10 Minuten Teigruhe.

Abbacken bei 250 Grad mit Schwaden. Schwaden ablassen nach 5 Minuten und Temperatur auf 210 reduzieren. Weitere 12-16 Minuten backen. Fertig!

Wer sie rundum knusprig möchte, stellt für die letzten 3 Minuten auf Umluft mit einem Kochlöffel in der Ofentür.

Viel Vergnügen
Guido

 

P.S.: Nur der Vollständigkeit halber ein Bild vom Anschnitt… warm aufgeschnitten ^.^ UND mit Blitz ^.^ 🙂
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2 Gedanken zu “Weizenknusperbrötchen

    • Danke danke! Es ist zwar manchmal Valium danach nötig aber es macht mir schon Spaß… wollte ja mal Kindergärtner werden 😉
      Ich habe übrigens eben Adventskalender in meinen Benachrichtigungen gelesen und bin sofort zu dir geprescht! Ich mache mit! 😀

      Gefällt mir

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