Weinheimer Heidebrot (nach Lutz Geißler) oder wie aus dem Chaos ein Brot wurde

Gestern war klar, dass heute Brot gebacken werden muss. Würde uns aufgetautes Brot schmecken hätte ich es einfacher, aber so muss ein-zwei-dreimal die Woche frisch gebacken werden.

Im Trubel des sonntäglichen Gemütlichseins bei lecker Kuchen und im Garten räumen und auch spielen fiel es mir ein: Brot fast alle. Also flugs in die Küche und die übliche Menge Sauerteig angesetzt. Normalerweise setze ich 400 g Sauerteig mit einer Teigausbeute von 200 an. Irgendetwas, oder irgendwer vielmehr, lies meine Aufmerksamkeit wandern und es wurden 800 g. Also 400 g Mehl und 400 g Wasser… Kinder können so zerstreuend sein 😀

Abends fiel mir dann ein, dass ich nicht wieder Lust auf ein Paderborner Landbrot hatte und begab mich auf die Suche im Internet nach einer Inspiration. Meine Wunschbackliste führe ich nämlich inzwischen nicht mehr, es wurde einfach zuviel, dass ich nachbacken wollte und doch nicht dazu gekommen bin. Jetzt lasse ich mich treiben… So trieb ich mich denn bei Lutz rum und guckte mir das Weinheimer Heidebrot aus. Es passte mit meinen Vorräten zusammen und außerdem wollte ich gerne mal wieder ein Brot mit Altbrot backen, da die so herrlich saftig und g’schmackig werden. Nur wohin mit dem ganzen Sauerteig? Also die doppelte Menge des Weinheimer backen. Nur, dass dann immer noch 150g Anstellgut übrig blieben, was soll ich mit so viel? Außerdem war mein Sauerteig schon TA200 und mit 1150er Mehl, aber das Wasser kann man ja umrechnen.

Also schnell noch das alte Brot gemöllert und mit Wasser angesetzt. Irgendwie hatte sich auch dabei der Fehlerteufel eingeschlichen. Statt der benötigten 70g Brot habe ich 100g genommen. Jetzt hätte ich also gleich drei Laibe Brot backen können, wo uns ein 1-Kilo-Laib doch schon reicht. Telefon geschnappt und eins meinen Eltern angeboten, eine Sorge weniger 😉

Allerdings, was soll ich sagen: das Chaos hatte mich weiter in der Mangel. Nach der Reifezeit war der Sauerteig schon wieder runtergegangen, also in sich zusammengefallen. Kein gutes Omen. Trotzdem weiter gemacht. Also nach dem Frühstück den Brotteig gemacht, die Tochter in die KiTa gebracht und nach einem schnellen Einkauf ans Wirken gegangen. Und was soll ich sagen? Das war das schlimmste Teigwirken, dass ich bislang hatte. Da half auch die Erfahrung, die ich aus meinem Praktikum in einer Bäckerei hatte nicht weiter. Der Teig klebte, bekam kaum Spannung und forderte mich komplett. Schließlich und endlich hatte ich ein einigermaßen geformtes Stück Brotteig. Beim Langwirken hätte ich allerdings deutlich weniger in die Länge gehen dürfen zeigt das Backergebnis.

Chaos nächster Teil: Kurz bevor die Brote in den Ofen mussten rief meine Schwiegermutter an und wiedermal ließ meine Konzentration aufs Brot stark zu wünschen übrig 😉 Mit dem Ergebnis, dass ich die Gare nicht – wie sonst – erfühlte, sondern nach Uhrzeit bestimmte. Hier hätte ich besser noch etwas gewartet, da das Brot in meinen Augen zu viel Ofentrieb hatte.

Ach, was solls… es duftet ein herrlich rösches Brot in meiner Küche und nach dem Anschnitt heute abend werde ich genauer sagen können, ob ich damit zufrieden bin. Dann wird dieser Eintrag auch veröffentlicht… oder nicht, wenns ganz grauselig ist 😉

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Es ist Abend geworden. Es ist gut geworden.

Kennt ihr das? Alles läuft irgendwie gegen einen und das Ergebnis ist doch noch gut geworden?

Hier also der Anschnitt, ich bin wirklich zufrieden!

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Ich werde mich beim nächsten Mal allerdings genau an das Rezept von ploetzblog halten, von daher veröffentliche ich meine Variante hier nicht.

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